Tag 15 Wittau bei Crailsheim nach Schnelldorf
Der Rufbus, den ich noch gestern Abend bestellt hatte, bringt mich als Taxi nach Wittau zurück.
Kaum habe ich Wittau nordostwärts verlassen, hätte ich fast die kaum sichtbare Abzweigung nach rechts in den Wald verpasst. Am Weidezaum vorbei erreiche ich eine winzige Brücke, nach der ich auf einen aufgelassenen aber noch sichtbaren Pfad steil bergauf in den Wald verschwinde. Hohes Gras und Tau. Na ja. Ich bin froh, als ich oben bin. Wenigstens ist mir jetzt nicht mehr kalt.
Abwärts erreiche ich fast Westgartshausen, wo die L2218 zu queren ist. Immer nordostswärts komme ich im Wald am Brenntenberg vorbei wieder langsam bergan gehend weiter. Als die K2654 erreicht ist, ändert sich die Richtung in Nord/Nordwest. Immer im Wald entweder auf naturbelassenen Waldwegen oder fein geschottert komme ich an die Teiche bei Mariäkappel, wo ich auf einer Bank mit Blick auf die Teiche südlich des Ortes Mittagspause mache. Nach der Pause geht es steil bergan in den Ort.
Als ich Mariäkappel erreiche wird mir klar, ich muss die Landesgrenze überschritten haben, den hier ist schon der Landkreis Ansbach. Am Wohngebiet Obere Schanze vorbei erreiche ich am Roter Berg auf Feldwegen und durch den Wald erneut die Europäische Wasserscheide zwischen Jagst und Wörnitz, als Neckar und Donau. Dass Tiroler hier hängen geblieben sind, belegen auch die Tiroler Stube und das Hinweisschild „Südtirol“ bei Ellrichshausen.
Vorbei am Kesselberg auf weichen naturbelassenen Pfaden sehe ich, kaum dass ich den Wald verlassen habe, am Waldausgang den Kirchturm von Schnelldorf, das heutige Ziel. Am Waldrand mit Blick auf den Ort immer langsam bergab gehend komme ich nach Schnelldort. Ich quere ein kleines Industriegebiet und sehe das Schild „Alter Bahnhof“. Da ich nicht weiß, ob meine Unterkunft „Hotel Anna“ mir ein preisgünstiges Abendessen anbieten wird, entscheide ich mich für einen Umweg und den Mittagstisch. Leider sehe ich erst am Eingang der Gaststätte, dass heute Ruhetag ist. Hunger habe ich aber trotzdem immer noch. In der Ortsmitte finde ich einen Bäcker und davor steht ein Metzgerwaden. Zwei Laugen und ein paar Wurstscheiben lösen das Hungerproblem zu meiner Zufriedenheit. Ich trinke auch mein restliches Wasser, ist es doch zur Unterkunft nicht mehr weit.
Am Ortsausgang sehe ich das Schild „Hotel Restaurant Anna“. Ich bin viel zu früh für den check-in dran. Das Restaurant ist um kurz nach eins rappelvoll. Gutes Zeichen für die Küche, was sich später als richtig raustellen wird. Ich lasse mein Gepäck im Hotel und überlege, ob ich noch ein Stück weiter gehen soll. Ich habe ja erst gut 15 Kilometer in den Beinen. Gepäck im Hotel lassen und nach Öllingen oder Grüb gehen und mit dem Bus zurück. Mal sehen, was die Bahn-App dazu sagt. Zwei Stunden Rückfahrt, da man anderthalb Stunden in Gailroth warten muss, sind keine Alternative. Es setzt nun auch noch leichter Regen ein. Theuerbronn, Wetteringen, wäre weiterhin gleiches Problem. Gailroth – Bus nur alle zwei Stunden. Also Schluss für heute.
Leider zu früh für ein Quartier entschieden. Dafür war die Küche im Hotel ausgezeichnet.